Probenarbeit
�ben, üben, üben
Montag, 15.00 Uhr, Lingemann-Gymnasium. Der Schulhof - menschenleer. Die Flure - frisch gewischt. Die Cafeteria - verschlossen. Wie ausgestorben scheint das Schulgebäude um diese Zeit, doch je höher man die Treppen zum Musikraum steigt, desto lauter wird das Stimmengewirr oder auch die Stimme von Chorleiter Mario Berend, die hier oben durch die Flure schallt.
Ja, sie proben wieder. Wie nun schon seit Jahren jeden Montag um diese Zeit. Im Moment proben Future Voices die Songs für Viennas Geheimnis. Der Chorleiter spielt einzelne Passagen an, die Schüler singen in verschiedenen Stimmlagen nach und schlie�lich kommt der Crashtest: alle zusammen mit Playback und Solist. Klingt nach harter Arbeit- das ist es auch. Das können vor allem die Ehemaligen Chorsänger bezeugen, von denen oft einige zur Probe kommen um den Chor zu besuchen. Still sitzen sie dann in der Ecke und hören zu. Zeit für Gespräche ist später.
Kurz vor vier, man könnte denken die Probe neigt sich jetzt ganz entspannt dem Ende zu, doch das täuscht. Jetzt dreht Mario Berend erst richtig auf. Innerhalb weniger Minuten lässt er die vielen Stuhlreihen zur Seite räumen. Dann folgt das Fitnesstraining der anderen Art: Die Schüler laufen auf der Stelle, hüpfen von Zeit zu Zeit von einem Bein auf das andere und das über mehrere Minuten. Die Ehemaligen sind froh, zusehen zu dürfen, denn der Chor läuft und springt nicht nur â?? es wird die ganze Zeit über gesungen. Als Herr Berend â??Finaleâ?? in den Raum ruft, wird es sogar noch schneller und noch lauter. Mit dem letzten Schlag des Playbacks ertönt kollektives Durchatmen und der Chorleiter entlässt seine Mannschaft in die kommende Schulwoche, natürlich nicht ohne sie mit einem Augenzwinkern daran zu erinnern, dass man drei Wochen Ferien ganz schön merktâ?¦
Sicherlich werden sie in den kommenden Monaten noch viele Stunden joggend, singend und trotzdem lächelnd im Musikraum verbringen, damit sich der Zuschauer auf ein â??bewegtes Musicalâ?? freuen kann.
Chorwochenende März 2006
Hand-FuÃ?-FuÃ?-Hand???!!!
Was ist passiert wenn 36 Jugendliche an einem Samstagmorgen mit einem Schrubber in der Hand in der Aula des Lingemann-Gymnasiums stehen? Ganz klar: Die Muttis haben ihre Kinder nicht zum Putzworkshop in die Schule geschickt sondern� Es ist mal wieder Chorwochenende. Von Freitag, den 24. März bis Samstag, den 25. März hatten die Future-Voices Sänger und Sängerinnen gemeinsam mit Chorleiter Mario Berend im wahrsten Sinne des Wortes nichts Besseres zu tun, als ihre Zeit in der Schule zu verbringen. Dieses Mal wurde allerdings wenig gesungen- um ehrlich zu sein: fast gar nicht. In diesen zwei Tagen haben die 68 Schüler und 13 Erwachsenen hauptsächlich Choreographien geprobt. Meist standen dafür zwei Regiemitglieder, ausgerüstet mit einem Headset auf der Bühne der Aula und der Rest der Mannschaft hüpfte und sprang nach ihren Kommandos durch die Gegend- unter Umständen eben auch mit einem Besenstiel�Insgesamt 6 Tänze müssen gelernt werden aber Chorleiter Mario Berend braucht sich keine Sorgen machen: Seine Schützlinge lernten schnell, sogar fast schneller als ihm lieb ist. So sagte er am Freitagabend scherzhaft, dass ihm die unerwarteten Erfolge den Probenplan durcheinander bringen.
Trotzdem fiel am Freitag mit fortgeschrittener Stunde immer mehr Chorsängern vor lauter Erschöpfung das Lächeln aus dem Gesicht. Obwohl es aussah, als würden sie jeden Moment im Stehen einschlafen, tanzten sie unerbittlich weiter. Wer das, wie viele von den Ehemaligen, gesehen hat, wird zustimmen, dass sich die Sänger von Future Voices für diese harte Arbeit wirklich ein gro�es Lob verdient haben.
Ansonsten wurde natürlich wieder sehr viel gelacht und viel gegessen. Im Gegensatz zu Chorwochenenden, an denen vor allem gesungen wurde, hatten die Schüler nämlich dieses Mal von der vielen Bewegung richtig Hunger. Das bekamen die Fördervereinsmitglieder zu spüren, die angetreten waren, um die Mannschaft satt zu kriegen.
Alles in allem war es ein sehr arbeitsintensives, aber auch erfolgreiches Probenwochenende. Auch Mario Berend ist mehr als stolz auf seine Mannschaft und freut sich gemeinsam mit ihnen auf den Herbst, wenn Future Voices ihr neues â??Schätzchenâ?? endlich der Eichsfelder Bevölkerung präsentieren dürfen. Wer gedacht hat, Freeze und Remember seien nicht mehr zu toppen, kann sich auf eine Show freuen, die immer mehr an eines der groÃ?en Musicals erinnert: Diese vielen Jugendlichen können nämlich nicht nur singen, sie können auch verdammt gut tanzenâ?¦


